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Kampf gegen Fuchs und Waschbär - Bersenbrücker Jäger erhalten Scheck für Lebendfallen

Übergabe des Schecks: Fritz Mithüfer (von links), Michael Lübbersmann, Martin Meyer Lührmann, Bernd Heinemann und Reinhard Korbel.
Foto: Burkhard Dräger

bdr Merzen. Um Bodenbrüter wie Kibitz oder Uferschnepfe vor Fressfeinden zu schützen, haben sich Betonrohr-Lebendfallen zum Fangen von Fressfeinden wie Waschbär oder Fuchs bewährt. Die Kreisjägerschaft hat nun einen Scheck erhalten, um ihr Fallen-Projekt fortsetzen zu können.

Zu einem Informationsgespräch über die Bedrohung durch invasive Tierarten wie Waschbär und Marderhund für heimische Bodenbrüter hatte Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann Landrat Michael Lübbersmann, Bernd Heinemann von der Kreissparkassenstiftung, den stellvertretenden Kreisjägermeister Fritz Mithüfer aus Melle und den Vorsitzenden der Jägerschaft Osnabrücker Land Reinhard Korbel aus Bad Iburg auf seinen Hof nach Merzen eingeladen. Auch um die finanzielle Förderung von Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität und den Schutz von FFH-Gebieten sowie der Bodenbrüter im Landkreis Osnabrück zu erörtern.

Fuchs und Waschbär dezimieren Bodenbrüterbestand

Die 160 im vergangenen Jahr aufgestellten Betonrohr-Lebendfallen haben sich bestens bewährt, und das nicht nur bei den invasiven Prädatoren, sondern auch bei den heimischen Beutegreifern wie Fuchs und Steinmarder, die sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt haben. Gerade im Meller Raum, der mit Waschbären stark befallen ist, konnten 85 Prozent durch Betonrohr-Lebendfallen entnommen werden. Zum Schutz von Bodenbrütern wie Rebhuhn, Fasan, Kiebitz und Schnepfe ist es wichtig, dass die schnell fortschreitende Ausbreitung von Waschbär und Marderhund in FFH-Gebieten und Feldlandschaften gestoppt wird. Ein Vorzeigeprojekt ist hier das Projekt von Dr. Marcel Holy von der Naturschutzstation Dümmer, durch das eindeutig und wissenschaftlich bewiesen ist, dass sich durch eine koordinierte und professionelle Bejagung der Prädatoren die Bodenbrüter wieder gut vermehrt haben.

30.000 Euro pro Jahr für Schutz der Wiesenvögel

Landrat Michael Lübbersmann hob hervor, dass man dem Schutz des heimischen Wildes Rechnung tragen müsse und das geförderte Projekt der Betonrohr-Lebendfallen weiter gefördert werde. Insgesamt 60.000 Euro, verteilt auf drei Jahre, werde es aus der Kreissparkassenstiftung Bersenbrück, Melle und Sparkasse Osnabrück, deren Vorsitzender er ist, geben. Dazu kommen 5000 Euro aus der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück und weitere 5000 Euro aus dem Kreishaushalt, sodass der Kreisjägerschaft insgesamt im Jahr 30.000 Euro für diese Schutzmaßnahmen zur Verfügung stehen. Damit können weitere Betonrohr-Lebendfallen angeschafft und so der Ausbreitung besonders der Waschbären, die sich übrigens auch von Kröten und Fröschen ernähren, entgegengewirkt werden, wie Kreisjägermeister Meyer Lührmann anmerkte.

Wie bekommen die Jäger die Wildschweine in den Griff?

Ganz am Rande wurde noch erwähnt, dass sich auch das Schwarzwild rasant vermehrt und ausbreitet und eine Reduzierung der Population dringend notwendig ist, jedoch durch die Jägerschaft allein kaum mehr zu bewerkstelligen sei. Auch hier müsse man sich schnellstens Gedanken machen, wie das Problem in den Griff zu kriegen sei. Lobend erwähnt wurde zum Abschluss noch das Projekt Blühstreifen, an dem sich viele Landwirte beteiligen, und das von der Jägerschaft intensiv gefördert wird.

 

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1391461/bersenbruecker-jaeger-erhalten-scheck-fuer-lebendfallen#gallery&0&0&1391461

 

9. Juli 2018, 09:05 Uhr