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Landkreis: Wasser aus Flüssen, Bächen und Gräben ist tabu - Entnahme mit Pumpen strikt verboten – Fische bedroht

Niedrige Pegel: Wie hier die Nette in Vehrte haben die Flüsse und Bäche derzeit mit der Hitze zu kämpfen und nur geringe Pegelstände. Das Entnehmen von Wasser mit Pumpen ist strikt verboten.
Foto: Landkreis Osnabrück/Gerrit Tegtbauer

Osnabrück. Wasser aus Bächen und Flüssen ist tabu: Die Wasserbehörde des Landkreises Osnabrück bittet darum, zum Schutz der Fließgewässer kein Wasser daraus zu entnehmen. Die Entnahme mittels Pumpe ohne behördliche Erlaubnis ist darüber hinaus strikt untersagt.

Feldfrüchte, garteneigene Blumen oder Gemüsepflanzen leiden unter der nun schon lang anhaltenden Trockenheit. Auch das ein oder andere Sommergewitter ändert an dieser Situation wenig. Die Lösung, mit einer Pumpe aus einem nahen Fluss, Bach oder Graben Wasser zu entnehmen, liegt dann nahe. So werden Felder und Gärten bewässert, Viehtränken gespeist oder sogar Gartenteiche gefüllt. Diese Verhaltensweise bedroht jedoch Tiere und Pflanzen, die an oder in dem Fließgewässer leben. Durch massive Wasserentnahmen wird der ökologische Zustand des betroffenen Gewässers mit seinen Fischen, Amphibien und Insekten nicht nur gefährdet, sondern kann sogar völlig zerstört werden. Inhaber einer entsprechenden wasserrechtlichen Erlaubnis werden derzeit ebenfalls gebeten, möglichst kein Wasser aus Fließgewässern zu entnehmen und in jedem Fall darauf Rücksicht zu nehmen, dass der der gute ökologische Zustand jederzeit gewährleistet bleibt.

Der Gewässerkundliche Landesdienst des Landes Niedersachsen stellt Messwerte zu Wasserständen online unter https://www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de/Karte zur Verfügung. Die Pegel an den Fließgewässern weisen demnach zurzeit einen sehr niedrigen Wasserstand auf.

Die derzeitigen Wasserstände liegen an den Gewässern Hase und Hunte noch etwas über den Extremwerten aus den vergangenen zehn Jahren. Insbesondere die Düte hat jedoch am Pegel in Wersen kurz vor Einmündung in die Hase mit einem Wasserstand von 54 Zentimetern den niedrigsten Wasserstand der vergangenen zehn Jahre unterschritten.

In erster Linie sind von der Trockenheit die Oberläufe und kleinere Gewässer betroffen. Maßgebend für das Austrocknen eines Gewässers ist dabei jedoch nicht allein der fehlende Niederschlag. Vielmehr spielen hier auch natürliche Gegebenheiten wie das Speichervermögen des Bodens und die angrenzende Vegetation sowie die Nutzung durch den Menschen eine Rolle. Ein niedriger Wasserstand in den Gewässern führt zu einer Erwärmung des Wassers, die sich wiederum direkt auf den Sauerstoffgehalt auswirkt. Der Sauerstoffgehalt sinkt mit zunehmender Temperatur des Wassers. Viele Lebewesen wie Fische sind jedoch auf einen ausreichenden Sauerstoffgehalt und auch entsprechend niedrige Wassertemperaturen angewiesen und verlieren somit möglicherweise ihre Lebensgrundlage.

 

 

6. August 2018, 13:52 Uhr