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Viel Resonanz auf Facebook - Wenig Schlaf für Neuenkirchener Wehr bei Moorbrand

Zwei Nachtschichten und über Tag wenig Schlaf: Mit dem Rüstwagen leuchteten die Neuenkirchener nicht nur in der Nacht Einsatzstellen aus, sondern hatten auch noch Pech mit ihrem Fahrzeug und mussten am Freitag auch noch eine Schneise mit im Wald schlagen.
Fotos: Feuerwehr Neuenkirchen

Neuenkirchen/Altkreis Bersenbrück. Zwei Tage lang waren die Feuerwehren aus dem Landkreis Osnabrück beim Moorbrand im Emsland im Einsatz. Dabei hatte die Neuenkirchener Wehr mit ihrem Rüstzug ein Problem, eine Meppener Mercedes-Vertretung reparierte den Wagen kostenlos, und die Männer konnten dort duschen.

Um 13.28 Uhr bekamen die Kameraden der Neuenkirchener Feuerwehr am Mittwoch den Alarm, dass es mit der FB-Nord nach Meppen zum Moorbrand geht. Nicht nur mit dem Einsatzleitwagen in der Führungsstaffel, sondern auch mit dem Rüstwagen, der Bestandteil des 3. Zuges (technische Hilfeleistung) ist, machten sich die Neuenkirchener zum Sammelplatz Fürsten Forest auf.

Bereitschaftsführer Uwe Rasch (Bramsche) konnte für den Einsatz im Emsland nicht nur auf Kräfte und Fahrzeuge nicht nur seiner eigenen Wehr sowie aus Neuenkirchen, Merzen und Voltlage zurückgreifen. Ankum, Berge, Bottorf-Borg, Grönloh, Menslage, Gehrde, Bippen, Fürstenau und Quakenbrück machten sich mit auf den Weg zum Einsatz im Moor. Die Feuerwehrbereitschaft Nord rückte mit insgesamt 38 Fahrzeugen in fünf Zügen an.

Bundeswehr koordiniert

Ankunft in Meppen war gegen 16 Uhr. Von da an hieß es erst einmal warten, denn die Bundeswehr war bemüht, den Einsatz zu koordinieren. Für die Besatzung des dritten Zuges ging es dann gegen 20.30 Uhr in die Nachtschicht. Auftrag: Ausleuchten der Einsatzstellen, Aufbau einer Riegelstellung.

Die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren in der FB Nord lief unbeschreiblich gut. Fürstenau und Neuenkirchen waren zusammen in einem Trupp. Gegen 7.30 Uhr am nächsten Morgen dann die Meldung „Ablösung“. Da „Florian Osnabrück 13-51-10“, der Rüstwagen der Neuenkirchener Wehr mit Baujahr 1987, jedoch ein etwas älteres Semester ist, musste die Mannschaft, bestehend aus Maik Geers als Gruppenführer, Andre Rüther als Maschinist und Jonas Kempe als Truppmann, zunächst ein paar technische Probleme lösen. Die Bundeswehr sah sich aber nicht im Stande, diese in ihren Werkstätten zu beheben. Folglich war Eigeninitiative gefragt, und die Neuenkirchener suchten im nahe gelegenen Meppen nach einer Mercedes-Werkstatt.

 

„In schweren Zeiten zeigt es sich einmal mehr, das Hilfsbereitschaft immer und überall zu finden ist. Deshalb teilen wir diese Geschichte mit Euch“, heißt es dazu auf der Facebookseite der Neuenkirchener Feuerwehr.

Auch Duschen nutzen

Bald war eine Mercedes-Werkstatt gefunden in der Hoffnung, dass das Problem gelöst werden kann. „Angekommen beim Autohaus Senger GmbH in Meppen, haben wir nach einer Möglichkeit gefragt, sich kurz irgendwo einmal die Hände waschen zu können. Daraufhin wurde vom Autohaus nicht ein Waschbecken, sondern der komplette Waschraum mit Duschen zur Verfügung gestellt, wo jeder sich einmal den Ruß des brennenden Moores aus den Haaren waschen konnte“, so Gruppenführer Maik Geers.

Resonanz wie noch nie

In der Zwischenzeit sei der Rüstwagen ohne Rechnung wieder instand und einsatzfähig gestellt worden. „Unser Dank für diese tolle Aktion gilt dem Autohaus Senger GmbH in Meppen“, so Geers.

Und diesen Dank gaben die Neuenkirchener auch gleich auf ihrer Facebookseite weiter. Und in dem sozialen Netzwerk erlebten die Neuenkirchener eine Resonanz auf ihren Eintrag wie noch wie. Bis Freitagnachmittag gab es mehr als 3000 Likes, gut 92 000 Personen hatten den Artikel gelesen. 80 Kommentare wurden auf der Seite hinterlassen.

Nächste Nachtschicht

Doch damit war der Einsatz der Neuenkirchener noch nicht beendet. „Zurück am Stützpunkt, war klar, dass die nächste Nachtschicht auf uns zukam“, so Maik Geers. Diesmal wieder in einem Gebiet, in dem die CO2-Belastung extrem hoch war. Auch dort mussten zunächst schriftlich Anträge bei der Bundeswehr gestellt werden, damit die Einsatzkräfte dementsprechend mit Atemschutzmasken ausgerüstet wurden. In der Nacht davor wurden keine gestellt.

Dann wurde ein Waldstück vor den Flammen geschützt. Dies erfolgte über das Legen einer 600 Meter langen Leitung mit diversen Kupplungen. Unterstützung von der Bundeswehr gab es keine.

Noch keine Heimreise

Um 8.00 Uhr Ablösung, aber keine Heimreise. An einer anderen Stelle musste eine Schneise durch einen Wald geschlagen werden, wozu die Neuenkirchener Rüstwageneinheit ebenfalls benötigt wurde.

Danach war in der Tat Abreise. Mit insgesamt vier Stunden Schlaf in den letzten 37 Stunden und einer mäßigen Verpflegungsleistung durch die Bundeswehr (ganze vier Mahlzeiten in 36 Stunden wurden gestellt) wurde die Heimreise angetreten. Auch die anderen Wehren aus dem Osnabrücker Nordland, die ebenso wie die Neuenkirchener vor Ort voll gefordert waren, kehrten heim. Um 14.45 Uhr war der Einsatz für die Neuenkirchener beendet.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1533853/wenig-schlaf-fuer-neuenkirchener-wehr-bei-moorbrand-1#gallery&0&0&1533853

 

21. September 2018, 18:44 Uhr