https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/933302/heidometer-zeigt-heidebluete-im-wacholderhain-merzen-an

Merzen. Ein kräftiger rosafarbener Blütenteppich, ein strahlendblauer Himmel mit weißen Wolken, dazu Ziegen und Schafe – jedes Jahr in den Monaten August und September erinnert der Wacholderhain im Merzener Ortsteil Plaggenschale an die Lüneburger Heide. Dieses einzigartige Naturschauspiel zählt zu den touristischen Anziehungspunkten in Merzen. Und weil es davon in der übrigen Samtgemeinde Neuenkirchen nur eine überschaubare Zahl gibt, hat der Natur- und Geopark Terra-Vita den Wacholderhain in seine Ausflugsreihe „Terra-Tipps“ aufgenommen.

Logo entwickelt

Mit einer nagelneuen Schautafel am Wacholderhain, einem in deutscher und englischer Sprache aufgelegten Informationsblatt und überarbeiteter Ausschilderung sollen noch mehr Touristen das Kleinod in Merzen besuchen. Doch das ist nicht alles: Während die Samtgemeinde Neuenkirchen ein markantes Logo für den Wacholderhain entwickeln ließ, sorgte Terra-Vita für einen besonderen Clou: Das „Heidometer“ auf der Internetseite zeigt an, wie stark die Heide im Wacholderhain blüht. Eine Animation verrät Interessierten, welchen „Status“ die Heide inzwischen erreicht hat: von Stufe eins „zartrosa“ bis Stufe fünf „kräftiges Lila“. So verpasst niemand die Hauptblüte.

„Wir wollen natürlich nicht den kompletten Naturpark digitalisieren. Es geht uns schon um das analoge Genießen“, sagt Sabine Böhme, bei Terra-Vita zuständig für Tourismus und digitale Medien. Sie ist überzeugt, dass diese Animation großen Zuspruch erfährt und oft angeklickt wird.

Gute Erfahrungen hat Terra-Vita schon mit dem „Freedometer“ gemacht. Jedes Jahr im April verwandelt der Hohle Lerchensporn in Bad Iburg die Hänge des Freeden am Südkamm des Teutoburger Waldes in einen lila-weißen Blütenteppich. Das „Freedometer“ zeigt tagesaktuell den Stand der Blüte an.

Das „Heidometer“ sei alles andere als eine Spielerei, sagt Andreas Lanwert, zuständig für Tourismus in der Samtgemeinde Neuenkirchen. „Uns erreichen immer wieder Anfragen, ob die Heide im Wacholderhain schon blüht“, berichtet er bei einem Ortstermin.

„Kleinod im Nordkreis“

Klein, aber fein, so bezeichnet Terra-Vita-Geschäftsführer Hartmut Escher den Wacholderhain Merzen. „Das ist kein Megaevent, aber wichtig für die Region, weil er etwas Authentisches zeigt: eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft.“ In Plaggenschale liegt das größte und am besten erhaltene Hügelgräberfeld im Osnabrücker Land, das rund 3000 Jahre alt ist. Die Heidelandschaft dokumentiert die Kultivierung der Landschaft durch den Menschen. Die trugen im Mittelalter die obere Vegetationsschicht ab – das war das sogenannte Abplaggen – und verwendeten sie als Dünger. Zurück blieben karge, sandige Böden, auf denen nur noch Heidebüsche und Wacholderbäume wuchsen. „Das macht den Wacholderhain zu einem Kernpunkt und zu einem Kleinod im Nordkreis“, so Escher. Einen stärkeren Besuch erhofft er sich auch durch die Anbindung an den Hünenweg, der in der Nähe verläuft und Wanderer zu einem Abstecher in den Wacholderhain animieren soll.

Auch Neuenkirchens Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay und Merzens Bürgermeister Gregor Schröder versprechen sich von dieser gemeinsamen Informationskampagne weitere Besucher. Sie loben auch die Unterstützung des Heimatvereins Merzen, der sich um die Pflege des beim Wacholderhain eingerichteten Barfußpfades kümmert. Dessen Vorsitzender Heiner Brinkmann berichtet, dass das Interesse am Wacholderhain durchaus groß ist. Er und Vorstandskollege Reinhard Kortemeyer schauen während der Heideblüte übrigens täglich am Wacholderhain vorbei und geben den Stand der Blüte nach Osnabrück durch, damit das „Heidometer“ stets aktuell ist.

Picknick in der Heide

Und weil eine Wanderung hungrig macht, wird auch für ein kulinarisches Angebot gesorgt: Im Gasthof Gerbus, der in der Nähe des Wacholderhains liegt, können Familien und Gruppen nach telefonischer Absprache einen Bollerwagen leihen und diesen für ein Picknick im Grünen nach Wunsch bestücken lassen. Während der Heideblüte will Heinz Gerbus außerdem Lammgerichte anbieten – so wie es Gastronomen in der Lüneburger Heide auch tun.

Info/Kontakt: Natur- und Geopark Terra-Vita, Telefon 05 41/5 01 42 17, Internet: www.geopark-terravita.de; Samtgemeinde Neuenkirchen, Telefon 0 54 65/20 10, Internet: www.neuenkirchen-os.de; Gasthof Gerbus, Merzen, Telefon 0 54 66/3 29

Digital informieren, analog genießen: Das „Heidometer“ auf der Internetseite von Terra-Vita (www.geopark-terravita.de/de/heid-o-meter)zeigt an, wie stark die Heide im Wacholderhain Merzen blüht. Fotomontage: Christian Geers