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Neuenkirchen und Quakenbrück zeigen Flagge gegen Gewalt an Frauen

Die blaue Flagge hissen Rat, Verwaltung und Frauenorganisationen in Neuenkirchen gemeinsam. Foto: Katharina Preuth

Neuenkirchen/Quakenbrück. Am 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Dazu hissen Städte weltweit die Fahnen der Frauenrechtsorganisation Terres des Femmes. Auch die Samtgemeinden Neuenkirchen und Artland beteiligen sich.

Zum Hissen der Terres des Femmes-Fahne haben sich an diesem warmen aber sehr windigen Nachmittag im November Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter und Vertreter von Frauenorganisationen im Neuenkirchener Rathaus eingefunden. Noch scharen sie sich um Gleichstellungsbeauftragte Stefanie Meier-Pohlmann. Im ersten Stock des Verwaltungsgebäudes begrüßt sie die Gäste. Vor allem aber erklärt sie, dass das Thema Gewalt gegen Frauen nach wie vor relevant ist. So sei die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt von 2015 auf 2016 im Landkreis Osnabrück um 21 Prozent gestiegen. Dabei gebe es zwar verschiedene Stellen, an die sich betroffenen Frauen wenden könnten, wie etwa die Beratungs- und Interventionsstelle (BISS) in Neuenkirchen und auch ein Hilfstelefon stellt die Gleichstellungsbeauftragte vor. Aber, fügt Stefanie Meier-Pohlmann hinzu, das ist bereits der zweite Schritt für die Opfer. Zunächst müssten sie den Mut aufbringen, mit ihren Erlebnissen nach draußen zu gehen, und sich nicht aus Scham verstecken. Das gelte zum einen für Frauen, die unter Gewalt leiden, aber auch für das Umfeld dieser Frauen. „Wir müssen gemeinsam hinschauen und uns nicht wegdrehen“, so die Gleichstellungsbeauftragte. So lautet denn auch das Motto für den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen „Farbe bekennen- Nein zu häuslicher Gewalt“.

Aufklärungsarbeit auf dem Wochenmarkt

Für Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay ist das ein wichtiges Thema. „Wir in Neuenkirchen setzen ein Zeichen gegen die Gewalt“, sagt sie. Bereits in den vergangenen drei Jahren hat Neuenkirchen die Flagge vor dem Rathaus gehisst. Und auch in diesem Jahr setzen sich die Anwesenden gemeinsam in Bewegung in Richtung des Parkplatzes vor dem Rathaus. An einem der drei dortigen Fahnenmasten weht jetzt das blau-bunte Symbol gegen Gewalt an Frauen.

Infostand auf dem Quakenbrücker Marktplatz

Die Quakenbrücker nutzen den Rummel des freitäglichen Wochenmarktes, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. An einem Informationsstand stellen sich rund um Gleichstellungsbeauftragte Ann Kristin Schneider die Vertreter verschiedener Einrichtungen den Fragen der interessierten Marktbesucher. Aufklärungsarbeit leisten an diesem Tag die Polizei, der Präventionsrat, die BISS, der In-Via-Mädchentreff und die AG Selbsthilfe.

„Es werden mehr Fälle zur Anzeige gebracht“

Zum gemeinsamen Hissen der Flagge ist zudem Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe zugegen. Vor den Stufen der St.-Marienkirche versammeln sich die Anwesenden. Ann Kristin Schneider weist in kurzen Grußworten daraufhin, dass keine Frau mit häuslicher Gewalt alleine fertig werden muss. Auch die Quakenbrücker Gleichstellungsbeauftragte weist auf die gestiegenen Fälle von häuslicher Gewalt im Landkreis Osnabrück hin. „Es werden mehr Fälle zur Anzeige gebracht“, sagt Ann Kristin Schneider. Doch auch die Gewalt habe zugenommen, so die Gleichstellungsbeauftragte. Bis Sonntag wird die Fahne noch an ihrem Mast wehen. Doch selbst wenn das Stück Stoff dann bis zum nächsten Jahr wieder in der Schublade verschwindet, die Gewalt an Frauen bleibt. Aber auch die Aufmerksamkeit, die Aktionen dieser Art bewirken.

Ein Artikel von Katharina Preuth / Bersenbrücker Kreisblatt

27. November 2017, 09:39 Uhr