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Abschied bei Adventsfeier - Merzener Caritasgruppe löst sich nach 47 Jahren auf

Seinen Dank für das Engagement sprach Pfarrer Stephan Höne der Caritasgruppe aus und überreichte einen Gutschein an Maria Kemme. Foto: Josef Pohl

Merzen. Zur 47. Adventsfeier unter ihrer Regie hatte die Merzener Caritasgruppe die Senioren aus der Gemeinde eingeladen. Dieses Treffen war die letzte gemeinsame Feier mit Pfarrer Stephan Höne, gleichzeitig löste sich aber auch die Caritasgruppe nach dieser Veranstaltung offiziell auf.

Eigentlich verlief die Adventsfeier für die Senioren im Merzener Pfarrheim so, wie es die alteren Mitbürger seit Jahrzehnten gewohnt sind. Und doch war es etwas anders als in den Jahren zuvor, wie die Teilnehmer beim Blick in die Runde feststellen konnte. Denn neben Pfarrer Stephan Höne hatte auch Bürgermeister Gregor Schröder, der ja eigentlich auch zur angesprochenen Klientel zählt, am Tisch Platz genommen.

Nicht wie in all den Jahren

Wie in all den Jahren hatten die Caritas-Frauen Kuchen für die Adventsfeier gebacken und ein kleines Programm für die älteren Mitbürger, zu denen sie mittlerweile ja auch selber gehören, zusammengestellt. Heiner Brinkmann sorgte zusammen mit Bernard von der Haar und Eugen Volbers für den musikalischen Part und sang gemeinsam mit den Senioren adventliche und weihnachtliche Lieder. Pfarrer Höne stimmte mit einer Andacht auf das bevorstehende Fest ein, zu einer Lichter-Meditation luden die Frauen dann ein.

Talente der Plattdeutsch-AG

Die Lacher auf ihrer Seite hatten drei junge Sprachtalente der Plattdeutsch-AG der Grundschule mit ihrem Vortrag rund um die Vorbereitungen für die Goldene Hochzeit gesorgt, dessen Kernaussage am Ende „Wat mut, dat mut“ lautete. Maria Büscher und Maria Hüllemeyer präsentierten einen Sketch zum Thema Advent.

Pfarrer Stephan Höne ging im Laufe der Veranstaltung auf die Anfänge der Caritas-Gruppe im Jahre 1970 und der ersten Adventsfeier für die Senioren im Jahr 1971 ein. „Büschers Mia“ sei damals die Vorsitzende gewesen, Gerda Hornung äußerst aktiv mit dabei gewesen, kam aus der Frauenrunde noch so manches Details dazu, denn schließlich ist Maria Hüllemeyer nicht nur seit den Anfängen zweite Vorsitzende, zudem sind mehrere Frauen der ersten Stunde noch immer dabei.

 

„Ohne Ehrenamt können wir vieles nicht erreichen“, so Höne, der den Frauen für das jahrzehntelange Engagement dankte. Sie hätten es verstanden, Freude unter dem Dach der Kirchengemeinde zu teilen. Es sei für ins als Pfarrer schmerzlich, wenn sich eine Gruppe auflöse, aber es sei wohl an der Zeit loszulassen. Zugleich biete diese Situation aber auch Raum für etwas Neues.

„Wat mut, dat mut“

Als Geschenk überreichte er Maria Kemme, mittlerweile seit 27 Jahren Vorsitzende der Caritasgruppe, einen Gutschein, damit sich die Frauen in gemütlicher Runde in seinem Merzener Lokal treffen können. „Seien sie nicht zu kniepig“, ermunterte der Pfarrer die Caritas-Frauen, sich bei dieser Gelegenheit mal etwas zu gönnen: „Wat mut, dat mut“.

Bürgermeister Gregor Schröder wollte auch nicht abseits stehen, denn in Merzen arbeiten politische Gemeinde und Kirche in vielen Dingen Hand in Hand. Er habe es leider nicht verhindern können, dass der Pastor vom Bischof versetzt werde („Die Glandorfer wissen gar nicht, was sie da bekommen“), aber der Kontakt werde aufrecht erhalten. Auch der Ratsvorsitzende ließ es sich nicht nehmen, den Frauen für die Arbeit zu danken, die von der Caritasgruppe in den vergangenen Jahrzehnten geleistet wurde. Er erinnere sich noch gut an die Zusammenarbeit bei der Merzener 1000-Jahr-Feier vor 40 Jahren. Da die Caritasgruppe sich nun auflöse, bot er den Frauen gleich noch eine Betätigungsmöglichkeit an, denn für das Gemeinschaftshaus müsse noch ein Förderverein gegründet werden.

Wiedersehen in St. Franziskus

„Das ist eine hervorragende Sache für die Gemeinde“, verwies Schröder auf die gute Belegung und Inanspruchnahme der Angebote im Gemeinschaftshaus St. Franziskus, in dessen Obergeschoss ja auch ein großer Gemeinschaftsraum entstanden sei, der auch in Zukunft von den Senioren genutzt werde.

Die Adventsfeier für die älteren Mitbürger Merzens wird es dann dort im kommenden Jahr auch wieder geben. Dann jedoch unter der Regie der „Kleinen Hilfen“, wie Gerhard Kümmel, der im Namen der Kommune an Maria Kemme ebenfalls ein Präsent überreichte, für den Merzener Kreis erklärte. Auch die Aktivitäten der von den Caritas-Frauen initiierten „60 plus/minus“-Gruppe werden unter dem Dach der „Kleinen Hilfen“ im Gemeinschaftshaus fortgesetzt.

Ein Artikel von Josef Pohl / Bersenbrücker Kreisblatt

14. Dezember 2017, 12:23 Uhr