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"Hannes“ ist nicht mehr da - Schulhausmeister hört nach gut 30 Jahren auf

Zum Jahresende hat Hannes Middendorf seinen Abschied als Hausmeister genommen.
Zum Abschied dankte Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay (vorne) Hannes Middendorf und dessen Frau Ruth (rechts). Mit dabei (von links) Ruth Klaus-Karwisch, Bürgermeister Norbert Trame und Dieter Westermann.
Foto: Herbert Kempe/Josef Pohl
<p><em>Zum Jahresende </em>hat Hannes Middendorf seinen Abschied als Hausmeister genommen. Foto: Josef Pohl </p>


Nicht nur für die achtjährige Mia wird es nach den Weihnachtsferien an der Voltlager Overbergschule anders sein als bisher. Ihr Opa Hannes Middendorf ist dann nicht mehr dort anzutreffen. Aber auch die anderen Kinder werden das bekannte Gesicht ihres Hausmeisters vermissen.

Voltlage. In fast drei Jahrzehnten als Hausmeister und Putzmann hat Hannes Middendorf so einiges erlebt, doch aus dem Nähkästchen über die Streiche der Grundschüler will er nicht plaudern. Dafür weiß er so manche Baumaßnahme aufzuzählen, die ihm zusätzliche Arbeit beschert hat, denn wo gebaut wird, da fällt Dreck an. Und auch für den war Middendorf zuständig, denn mit halber Arbeitskraft war er auch die Putzkolonne der Grundschule. Bis zum Sommer hat ihn seine Frau Ruth dabei unterstützt, doch aus gesundheitlichen Gründen musste sie die Tätigkeit aufgeben.

Die Umgestaltung des Schulvorplatzes, der Neubau der großen Turnhalle, der Umbau der Schule und die Sanierung der Toilettenanlage im Jahr 2014, Erneuerung des Bodens in der kleinen Turnhalle – Baumaßnahmen gab es in den vergangenen Jahren reichlich. An die jährliche Baumpflanzaktion der Viertklässler denkt Hannes Middendorf gerne zurück, auch an die Umgestaltung des Schulinnenhofes und das 50-jährige Bestehen der Schule.

Fast 30 Jahre war der Voltlager an der Schule vor Ort der „Mann für alle Fälle“. Und so manches Schulkind aus früheren Zeiten ist mittlerweile schon als Vater oder Mutter zurückgekehrt. So auch am Tage der Verabschiedung, als morgens Gottesdienst gefeiert wird. Da schaut mit dem kleinen Liam das jüngste Enkelkind von Hannes Middendorf im Hausmeisterraum, wo Putzmittel und Werkzeug das Bild bestimmen, vorbei. Demnächst wird Opa mehr Zeit für ihn haben als an diesem Vormittag.

Zahlreich waren auch die Gäste bei der offiziellen Verabschiedung des für viele „wichtigsten Mannes“ der Overbergschule. Gemeinsam mit Ruth Klaus-Karwisch gratulierte Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay dem angehenden Rentner, Dieter Westermann überbrachte die Wünsche des Personalrates. Auch Voltlages Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, ebenso wie das Lehrerkollegium und der Elternrat alles Gute für das Rentnerleben zu wünschen. Und die Kinder hatten sich auch etwas Besonderes einfallen lassen.

Und auch die Nachbarn vom Sterthauk waren im Vorfeld der Verabschiedung umtriebig. So musste „Hannes“ die letzte Heimfahrt von der Arbeit nicht alleine antreten. Er wurde sogar gefahren – mit einer Fahrradrikscha ging es zur Moorriede.

Daheim wird für den 63-Jährigen in nächster Zeit auf alle Fälle keine Langeweile aufkommen, dafür werden schon die drei vor Ort lebenden Enkel sorgen. Und wenn dann auch noch die zwei aus Osnabrück dazukommen, dann ist „Hannes“ wieder so richtig in seinem Element. Trotzdem wird er die Kinder aus der Grundschule vermissen – und die ihn. Bis Nachfolger Franz-Josef Mohs sich so richtig eingelebt hat, dürfte es noch etwas dauern. Auf eine Änderung müssen sich die Jungen und Mädchen auf alle Fälle nach den Weihnachtsferien einstellen. Kakao und Apfelsaft gibt es nicht mehr im Hausmeisterbüdchen. Dieses Angebot hat sich etappenweise überlebt, seitdem es den Wasserspender in der Schule gibt.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/epaper/read/23377/24716/14/1/1

 

30. Dezember 2017, 12:02 Uhr