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Stiftungsbeirat klärt auf - Hermann Tospan hat in Neuenkirchen Spuren hinterlassen

Aus Kniebank wird Beichtstuhl: Pastor Alfons Thörner (rechts) und Heimatvereinsvorsitzender Franz Vennemeyer betätigen sich als Verwandlungskünstler, Heinrich Gohmann schaut zu, als Beiratsmitglied Bernhard Schulte den restaurierten Stuhl aus dem Norberta-Nachlass testet. Foto: Josef Pohl

Neuenkirchen. Die Sitzung des Beirates der Hermann-Tospan-Stiftung nutzte Heimatvereinsvorsitzender Franz Vennemeyer, um Pastor Alfons Thörner so einige Ausstellungsstücke zu präsentieren. Sie stammen zum Teil aus kirchlichen Beständen und haben einen Bezug zu wichtigen Persönlichkeiten.

Neuenkirchen. Von Franz Vennemeyer und seinem Stellvertreter Heinrich Gohmann erfuhr Pastor Thörner so einige Details über Hermann Tospan, der schon zu seinen Lebzeiten Teile seines Vermögens sozialen und gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt hatte. Der im Jahr 2011 Verstorbene hat in Neuenkirchen kräftig Spuren hinterlassen. Der Umbau der Friedhofskapelle, das Heimathaus, das seinen Namen trägt, der Kindergarten St. Laurentius, der Sportverein Eintracht Neuenkirchen, das St.-Elisabeth-Stift, die Hülsen-Stiftung – mit Tospan-Geldern wurde viel bewegt.

Baum auf Grab gefallen

Da das Grab des Stifters auf dem Neuenkirchener Friedhof beim letzten Sturm von einem dicken Baum getroffen wurde, kam der Stiftungsbeirat zu dem Entschluss, dass sowohl Kirchengemeinde als auch Heimatverein als Begünstigte aus den Stiftungserträgen die Kosten für die Erneuerung der Grabstätte je zur Hälfte übernehmen.

Doch kein Pastorenstuhl

Doch auch andere Personen haben in Neuenkirchen Spuren hinterlassen, wie Pastor Thörner, seit gut einem Jahr in der Gemeinde, bei einem kleinen Rundgang durch das Heimathaus anhand einiger „Museumsstücke“ registrierte. Da war zum einen der frisch restaurierte Priesterstuhl, den Franz Vennemeyer, da in der Krankenhauskapelle dafür kein Platz mehr war, für den Heimatverein „gerettet“ hat. Dieser Stuhl ist jedoch keinem Pastor zuzuschreiben, auch wenn viele Geistliche ihn genutzt haben, sondern vielmehr ist er ein Geschenk der Gemeinde Lahn an Schwester Norberta, wie aus einer Plakette an dem Möbelstück hervorgeht.

Elisabeth Kitzero

Genau wie Pastor Thörner stammt sie gebürtig aus dem Emsland, denn sie wurde im Jahr 1857 in Gersten geboren und trat am 18. März 1880 in den Thuiner Orden ein. Vor ihrer Neuenkirchener Zeit war sie als Krankenschwester in Lahn tätig. Die Stifterin des Neuenkirchener Krankenhauses und heutigen Altenheimes, Elisabeth Kitzero, vereinbarte im Jahr 1888 mit der Oberin des Ordens, dass Schwester Norberta nach Neuenkirchen kommt, um ihre Pflege zu übernehmen. Nach deren Tod wirkte Schwester Norberta als Krankenschwester in der Gemeinde und später als Oberin des St.-Elisabeth-Stiftes, bis sie 1948 im Alter von 91 Jahren starb . Um ihre Verdienste zu würdigen, wurde sogar eine Straße in Neuenkirchen nach ihr benannt.

Viel zu verdanken

Auch Stehpult und Pultkreuz von Dechant Vornholt gehören mittlerweile zu den Beständen des Heimathauses. Im Jahr 1888 schenkte ihm die Pfarrgemeinde Wellingholzhausen dieses Kreuz zum Abschied. Das Stehpult hat sich Vornholt anfertigen lassen. Ihm ist außer dem Neubau der Kirche auch der Bau des Krankenhauses sowie der Ausbau der Schulen und Landstraßen zu verdanken. „Mit seinem Tode im Jahr 1927 verlor die Kirchengemeinde und auch die politische Gemeinde eine bedeutende Persönlichkeit“, erklärte Franz Vennemeyer. Dechant Vornholt wurde scherzhafterweise „Bürgermeister von Neuenkirchen“ genannt.

Von wegen Kniebank

Was wie eine Kniebank in der sakralen Ecke des Heimathauses aussieht, entpuppt sich, als Heimatvereinsvorsitzender und Pastor gemeinsam anpacken, als ein klappbarer Beichtstuhl. Im Jahr 1895 wurde das Krankenhaus fertiggestellt und eine Kapelle eingerichtet. Dort nahm der jeweilige Pfarrer den Schwestern, aber auch Patienten, die Beichte ab, und aus der Kniebank wurde ein Beichtstuhl.

Auch ein Kleiderschrank aus dem Jahr 1904 steht dort im Obergeschoss des Heimathauses, aber er stammt nicht aus der Sakristei der Kirche. Vielmehr ist er ein Geschenk von Josef Hülsmann. Dessen Großvater, Müllermeister Niemann aus Bersenbrück, hat sich den Schrank zu seiner Hochzeit fertigen lassen. Er wurde im Jahr 2010 von Reinhold Böwer aufgearbeitet.

Das Wandregal gleich daneben stammt, wie auch andere Gegenstände, aus dem Nachlass von Heinrich Schmidt. Die Tonwaren sollen zum Teil vom Gut Limbergen stammen, wie Franz Vennemeyer bei dem kleinen Rundgang Pastor Thörner näher erläutert.

Von der Kirchengemeinde geschenkt bekommen hat der Heimatverein ein Mischpult und ein neuwertiges tragbares Mikrofon, nachdem die neue Tonanlage in der Kirche installiert wurde.

31. Januar 2018, 08:34 Uhr