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Neuenkirchener Bauernmarkt auf dem Hof Oeker

Josef und Tanja Oeker betreiben eine Biogasanlage. Foto: Katharina Preuth

kap Neuenkirchen. Die Familie Oeker betreibt im Neuenkirchener Ortsteil Vinte eine Biogasanlage. Sie haben sich für den Verkauf von Gas entschieden, weil Ackerbau, Schweinemast und Lohnunternehmen nicht wirtschaftlich genug waren. Während des Neuenkirchener Bauernmarktes, der am Sonntag (17. September) auf dem Hof Oeker stattfindet, können die Besucher die Anlage besichtigen.

Drei Generationen leben unter dem Dach der Familie Oeker. Von den Eltern Cäcilia und Josef Oeker hat der Sohn, der ebenfalls den Vornamen Josef trägt, den Hof übernommen. Als Lohnunternehmer mit fünf Mähdreschern war der Sohn vor allem auf dem Feld unterwegs und hat an den Maschinen geschraubt. In der Zwischenzeit kümmerte sich der Vater um die 600 Mastschweine.

Die Arbeitsteilung funktionierte so lange, bis gesundheitliche Gründe den Senior zwangen kürzerzutreten. Jetzt musste ein Plan für die Zukunft her. „Ich bin ganz ehrlich, ich arbeite lieber mit Maschinen als mit Tieren“, erzählt der Junior. Was passiert also mit den Schweinen, und ist ein Lohnunternehmen dieser Größe zukunftssicher? Fragen, die die Familie umtreiben.

Gegen Schweinemast entschieden

Diese Überlegungen sind jetzt zwölf Jahre her. Das war der Zeitpunkt, als sie sich gegen die eigene Schweinemast und gegen das Fortführen des Lohnunternehmens entschieden haben und für eine Biogasanlage. Das sei damals recht interessant gewesen, erzählt Josef Oeker. „Wir sind keine Ökos. Das Finanzielle stand im Vordergrund“, ergänzt er. Auf 20 Jahre, so verspricht es die Politik, sei das Einkommen gesichert. Ein Vorteil sei, dass der Hof mit 68 eigenen Hektar relativ flächenstark sei, weiß der gelernte Landwirt. Zusätzlich pachten sie noch Land hinzu, sodass die Familie heute 93 Hektar bewirtschaftet.

Von den vormals fünf Mähdreschern ist noch einer übrig geblieben. Damit holt Josef Oeker den Mais vom Acker, Gras und Grünroggen. Zusätzlich mit dem Bullenmist der Nachbarn und der Schweinegülle, die hauptsächlich aus dem hofeigenen, aber mittlerweile verpachteten Schweinestall stammt, landet alles zusammen in der Biogasanlage. 7000 Kubikmeter „frisst“ die Anlage, die elektrische Leistung liegt bei 348 Kilowatt.

„Es gab Bürgereinwände“

Die vier grünen runden Behälter sind nicht zu übersehen. Heute keine Besonderheit mehr auf den Höfen im Osnabrücker Land, musste sich die Familie zu Beginn einigen Gegenwind gefallen lassen. „Es gab Bürgereinwände gegen einen befürchteten Gestank“, erinnert sich Ehefrau Tanja Oeker. „Strom wollen alle“, ergänzt ihr Mann. Mittlerweile haben sich die Nachbarn an die Anlage gewöhnt.

Mit der Abwärme, die durch die Verbrennung des Methangases entsteht, trocknen Oekers in einer großen Halle Holz, Körnermais und Getreide.

Ob die Biogasanlage als Zukunftsmodell für die Neuenkirchener Familie funktioniert, muss sich zeigen. Spätestens wenn in acht Jahren die staatlichen Garantien auslaufen und sich der Strompreis am Markt orientiert, könnte es nach jetzigem Stand eng werden. „Mit nur 17 Cent für das Kilowatt lässt sich schwer wirtschaften“, weiß Josef Oeker.

Reitschule und ein Bauernhofcafé

Aber den Hof aufzugeben war nie eine Option. „Ich bin hier aufgewachsen, ich habe nie was anderes gemacht“, sagt der Familienvater weiter. Ob seine zwei elf- und achtjährigen Töchter den Hof eines Tages weiterführen, ist ungewiss. Große Pläne haben die beiden zumindest schon – eine Reitschule und ein Bauernhofcafé wollen Maja und Marlen einmal eröffnen.

Ein Artikel von Katharina Preuth / Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/951204/neuenkirchener-bauernmarkt-auf-dem-hof-oeker
 
14. September 2017, 12:49 Uhr